KRONENSICHERUNG

Einzelne Äste und Stämmlinge einer Baumkrone stehen in gegenseitiger Konkurrenz. Statisch optimal dominiert – in der Regel – ein Stämmling, doch bildet alles eine Einheit, ein Gefüge, das ohne den Anderen nicht überleben kann.
Wenn sich zwei oder mehr gleich starke Stämmlinge bilden, kann sich deren spitzwinklige Vergabelung ein stark erhöhtes Bruchrisiko bedeuten. Man spricht hier von einem Druck- oder V-Zwiesel.

Um das Bruchrisiko zu minimieren, gibt es Kronensicherungs-Systeme, die die Stämmlinge untereinander verbinden und sichern können.

Neue Entwicklungen im Bereich der Sanierung und Sicherung von Bäumen ermöglichen uns die Verwendung von dehnungsfähigen Gurtsicherungssystemen und Hohltauwerke.
Im Vergleich zu den früheren Stahlseilverankerungen inkl. der Verbolzung (der Stämmling wird durchbohrt) kann dieses Material völlig verletzungsfrei eingebaut werden.

Ein Stahlseil hat dagegen überhaupt kein Dehnungspotential und ist ein absolut statisches System. Viele Ast- und Stämmlingsausbrüche entstanden trotz dieser Sicherungssysteme durch den sprichwörtlichen „Karate-Effekt“, da auch die Anbringung und Verbau in der Krone für den Baum nicht verletzungsfrei durchgeführt werden konnte. Bei vielen Bäumen wurden die Stämmlinge regelrecht durchlöchert und die Wundheilung dadurch extrem in Mitleidenschaft gezogen.

Die neuen bzw. modernen Kronensicherungs-Systeme haben je nach Materialeigenschaft eine Dehnungsfähigkeit von 5 – 20 %. Dieses System nennt man auch „Dynamische Kronensicherung“.

In manchen Fällen benötigt man jedoch ein statische Sicherung. Man hat dafür auch ein Material gefunden, das das Stahlseil nahezu ersetzen und ebenfalls verletzungsfrei eingebaut werden kann.

Der Einbau von Kronensicherungs-Systemen sollten nur geprüfte Baumpfleger vornehmen, denn eine falsche Dimensionierung bzw. ein falscher Einbau kann fatale Auswirkungen haben.
Auch auf diesem Gebiet gibt es Richtlinien und Normen, die man kennen muss, damit eine Gewährleistung ohne großes Risiko gegeben ist.